
Inmitten einer großartigen, weitgehend unberührten Landschaft im Osten Anatoliens liegt auf 1700 m Höhe der Vansee, der größte See der Türkei. Aus den umliegenden schneebedeckten Bergen schwemmen zahlreiche Bäche und Flüsse Mineralien und Salze in den abflusslosen See. Das sodahaltige Wasser bedeckt eine siebenmal größere Fläche als der Bodensee.
Besonders vogelreich sind die Fluss-Delten, hier wird dem See viel Nahrung zugeführt. Das Bendimahi-Delta und der salzige Erçek-Flachsee zählen zu den bedeutendsten Feuchtgebieten der Türkei. Vielfältig sind die Landschaften unseres Exkursionsgebietes: Erloschene oder ruhende Vulkane mit Kraterseen und Lavaströmen, karge Hügel, saftige Feuchtwiesen mit kleinen Quellmooren wechseln einander ab.
In den Hochlagen finden wir bunt blühende, artenreiche Mähwiesen mit wilden Tulpen, seltenen Irisarten und dem Persischen Mohn.
Ausgangspunkt der 12 Tagesexkursionen dieser Reise ist die Ferienanlage am Vansee.
- Reiserücktrittskosten-Versicherung empfohlen.
Änderungen können jederzeit auftreten.
Die Änderungen des Reiseverlaufs behalten wir uns ausdrücklich vor, da zwischen Planung und Durchführung der Reise oft längere Zeiträume liegen.
- 1. Tag
-
Anreise
Flug nach Istanbul, Transfer zum Hotel,1 Ü.
- 2. Tag
-
Flug nach Van, Felsental
Transfer zur Ferienanlage. Erste Exkursion in einer Felsschlucht oberhalb des Dorfs Çolpan, wo
wir schon Uhu, Kappenammer, Türkenammer, Felsenkleiber, Adlerbussard und Schmutzgeier beobachten konnten.
- 3.-15. Tag
-
Exkursionen vom Vansee aus
Je nach Witterung und Wünschen der Teilnehmer werden folgende Ziele besucht:
-
Bendimahi-Sümpfe
Im nahen Bendimahi-Delta wandern wir am verschilften Fluss entlang zur Mündung. Dabei sehen wir zahlreiche
Wasservögel, Limikolen und Schilfbewohner, wie Nacht- und Purpurreiher, verschiedene Seeschwalben, Löffler
und Weißkopfruderente. Dazu bestehen gute Chancen auf den Feldrohrsänger. Hier wurden auch schon Arten wie
Fischmöwe, Rosapelikan oder Würgfalke festgestellt. Dieses interessante Exkursionsgebiet besuchen wir an
mindestens zwei Tagen schon bei Tagesanbruch (vor dem Frühstück), bevor das Weidevieh hier einzieht.
-
Bendimahi-Wasserfälle, Çaldıran Ebene
An den imposanten Bendimahi-Wasserfällen ist die Wasseramsel häufig. Wir wandern am Fluss entlang, dabei
können wir Steinsperlinge und mit Glück auch den selteneren Fahlsperling und den Weißflügelgimpel sehen.
Zwischen Çaldıran-Ebene und Tendürek-Pass treffen wir auf einige Highlights der ostanatolischen Vogelwelt,
wie Wiesenweihe, Rotflügelgimpel, Zitronenstelze, Isabellsteinschmätzer und auf den Mongolengimpel. Zur
Zugzeit reiches Vogelleben in der überschwemmten Ebene, mit Sichlern, Tausenden von Seeschwalben und
Rotkehlpiepern.
-
Süphan-Berg, Deli Çay
An den Hängen des ehemaligen Vulkans Süphan konnten wir in den letzten Jahren vier Steinschmätzer-Arten
feststellen, unter anderem auch Felsensteinschmätzer. Dazu gesellten sich immer wieder Chukarhühner.
Steinadler und Steinsperlinge sind nicht selten. Auf der Rückfahrt halten wir am Fluss Deli Çay, wo sich
ab Anfang Juni ein unglaubliches Naturschauspiel beobachten lässt: Tausende von Vansee-Ukeleien, eine für
den See endemische Fischart, ziehen zum Laichen die Stromschnellen hinauf und werden dabei von Vogelarten
wie Armeniermöwe oder Nachtreiher herausgefischt.
-
Bergfestung Van, Insel Ahtamar
Aufstieg auf den 1800 m langen Felsrücken mit der urartäischen Burg, herrliche Sicht auf den Vansee und
Alt-Van. Dabei gute Beobachtungsmöglichkeiten von Alpenkrähen und Rötelfalken. Je nach Wunsch am Nachmittag
Bootsfahrt zur armenischen Kloster-Insel Ahtamar, wo sich eine Kolonie von Armeniermöwen und vielleicht auch
noch eine Nachtreiher-Kolonie befindet.
-
Sodalı-See, Göldüzü
Hier treffen wir auch Ende Mai/ Anfang Juni noch auf eine große Zahl von Limikolen, manchmal auch
Odinshühnchen und vereinzelte Sumpfläufer. Dazu gesellen sich immer wieder seltene Arten, wie
Schwarzflügel-Brachschwalbe oder Terekwasserläufer. Armenier- und Dünnschnabelmöwen lassen sich hier besonders
gut studieren. Weißflügelseeschwalben sind in großer Zahl anwesend, Trauer- und Weißbartseeschwalben auch
nicht selten, ebenso die Weißkopfruderente. In der Steppe sind Triel und Großtrappe möglich.
-
Çuh-Pass, Burg Hoşap
Am 2780 m hoch gelegenen Çuh-Pass und im Buschwald südlich davon finden wir eine eigenartig zusammengesetzte
Vogelgesellschaft vor: Steinbraunelle, Berghänfling, Karmingimpel und Blaukehlchen. Immer wieder tauchen über
den Felsen Steinadler und Gänsegeier, manchmal auch Bartgeier auf. An den Hängen ist der Schneefink nicht
selten. Auf der Rückfahrt halten wir an der malerisch über einem Fluss gelegenen urartäischen Burg Hoşap,
wo wir Alpen-, Mauer- und Fahlsegler beobachten konnten.
-
Murat-Tal, Bulanık
Fahrt über Erciş und Malazgırt Richtung Bulanık zum Murat, einem der großen Quellflüsse des Euphrat. In
seinem weiten Flusstal suchen wir den seltenen und scheuen Jungfernkranich. Außerdem besteht die Chance
Großtrappe und Austernfischer zu entdecken, Spornkiebitz und Triel sind häufiger. Auch Seeadler und
Zwergseeschwalben konnten wir in den letzten Jahren hier feststellen.
-
Ahlat, Nemrutvulkan
Streifzug durch den seldschukischen Friedhof von Ahlat mit riesigen Grabsteinen und Türben. Fahrt zum
landschaftlich einmalig schönen Kratersee im Nemrutvulkan, wo als Glazialrelikt die Samtente vorkommt.
Im Krater Beobachtungsmöglichkeiten von Ortolan, Blaukehlchen, Wiedehopf, Weißkehlsänger, Steinrötel und
Ringdrossel, manchmal auch Rotstirngirlitz und östlicher Rasse der Türkenammer.
-
Eisenbahndurchbruch bei Van, Erçek-See
Am Durchbruch für die Bahntrasse sehr gute Chancen auf Steinortolan. Auch Dornspötter und Zwergadler konnten
wir hier beobachten. Weiterfahrt zum Erçek-See, wo sich Rosaflamingos aufhalten und schon zahlreiche seltene
Arten festgestellt wurden. Wir umrunden den See, dabei bestehen immer wieder Möglichkeiten, neben vielen
weiteren Arten Rost- und Brandgänse sowie Feldrohrsänger und Weißkopfruderente zu sehen.
-
Tendürek-Pass, Ishak-Paşa-Palast
Am 2700 m hohen Tendürek-Pass sind Steinbraunelle, Ohrenlerche, Schneesperling und Berghänfling möglich.
Auch Schreiadler, Steinadler, Gänse- und Mönchsgeier wurden hier festgestellt. Bald darauf kommt der
majestätische Ararat ins Blickfeld. Am malerisch gelegenen Ishak-Paşa-Palast fliegt gelegentlich ein Bartgeier.
Außerdem gilt dieser Platz als einer der besten in der Westpaläarktis, um den Mongolengimpel zu sehen. Möglich
sind auch Fahlsperling, Steinrötel, Blaumerle, Zippammer und Steinortolan, manchmal sogar Wüstengimpel.
-
Räuberschlucht, Keşiş-See
Fahrt über Van durch die Räuberschlucht zum Turna- oder Keşiş-Süßwassersee, der auf einem etwa 2550 m hohen
Bergplateau liegt. Dabei gute Chancen auf Rotflügelgimpel, Chukarhuhn, Steinortolan und Rotstirngirlitz.
- 16. Tag
-
Rückreise
Transfer zum Flughafen Van, Rückflug.